Europa, Italien
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Leckere Cicchetti:
Ein Häppchen Venedig

Bacari in Venedig mit Cicchetti
Die Serenissima ist ja für so einiges berühmt: Die Lagunenstadt ist die Stadt der Brücken, der Palazzi, der Gondolieri, der Biennale und natürlich die Stadt der Liebe. Aber warum ist Venedig nicht auch als Stadt der Cicchetti – der leckern Häppchen – bekannt?
Ich finde, das sollte sie unbedingt sein! Denn in Venedig lässt es sich hervorragend snacken: In den vielen urigen Weinbars, den Bacaris, locken die venezianischen Tapas „Cicchetti“. In der Stadt der Liebe geht Liebe geht eben auch durch den Magen!

Cicchetti – die venezianische Tapas

Venedig hält nicht nur endlos viele Sehenswürdigkeiten bereit, sondern auch kulinarische Leckerbissen. Und ich muss zugeben, dass mein Besuch von Venedig alles andere als ein Sehenswürdigkeiten-Marathon war, sondern viel mehr zum Weinbar-Hopping wurde …
Es ist eben immer eine gute Gelegenheit für ein Cicchetto – die venezianische Variante der spanischen Tapas überbrücken den kleinen Hunger vor der nächsten Malzeit: ob gefüllte Oliven, gegrillte Auberginen, eingelegte Sardinen oder Artischocken, Schinken- oder Thunfischkroketten oder auch Weißbrotschnitten mit den schmackhaftesten Belägen. Man kann sich zwischen Pistazien-Frischkäse-Creme, Ei mit Pilz und Trüffelsoße, dem Klassiker Baccala Mantecato (eine schmackhaften Stockfischcreme) und vielem mehr entscheiden. Oder man bestellt gleich ein paar mehr. Denn ein Cicchetto ist leckerer als das andere – da hat man die Qual der Wal!

Cicchetti am Kanal in Venedig

Nocciole – Cicchetti mit Haselnuss-Frischkäse-Aufstrich

Bacari – die traditionellen Weinbars

Aber wo findet man diese köstlichen venezianischen Häppchen? Cicchetti werden in den „Bacari“, die traditionellen Weinbars von Venedig, verkauft. Die gibt’s in jedem Stadtviertel, aber sie sind von außen meist unscheinbar und leicht zu übersehen. Innen sind sie meist winzig klein und urig eingerichtet, oft mit Holz vertäfelt und nur mit einigen Stehplätzen.
Die urigen Weinbars sind aus Venedig nicht wegzudenken und ein fester Bestandteil des venezianischen Lebens für alle Gesellschaftsschichten. Hier kehren Bauarbeiter und Gondolieri genauso gerne auf ein Gläschen Wein und ein Cicchetto ein, wie feine Damen oder Studenten und natürlich auch Touristen.
Als Besucher bietet es sich es an, von Bacari zu Bacari zu hoppen – denn jedes Stadtviertel hat mindestens eine dieser traditionellen Weinstuben. Der Name Bacari leitet sich übrigens vom Weingott Bacchus ab, denn tatsächlich ist die Hauptsache in den Nachbarschaftskneipen der Wein – die Cicchetti nur leckerer Nebensache.

Cantina Do Mori, Bacari in Venedig

Im Cantina Do Mori hängen Kupferkessel von der Decke

Ombra – der Schatten der Venezianer

Denn die Venezianer gönnen sich in der Mittagspause oder nach der Arbeit gern ein Gläschen Wein, ein sogenanntes „Ombra“. Das Gläschen kann man hier wörtlich nehmen, es sind nicht mehr als 100 ml drin. Dafür trinkt man dann auch gerne mal zwei oder drei – es heißt, dass pro Tag ca. 50 000 Ombra getrunken werden – und das bei einer Einwohnerzahl von 60 000 Menschen.
Wörtlich übersetzt bedeutet „Ombra“ Schatten. Eine Erklärung für diesen Namen ist, dass Im 19. Jahrhundert apulische Weinhändler ihren Wein auf dem San Marco Platz zum Verkauf anboten. Damit der Wein im Sommer nicht zu warm wurde, sollen sie im Laufe des Tages mit ihren Weinfässern dem Schatten des Campanile Turms gefolgt sein. Der Name blieb auch, als die Händler in Weinschenken umzogen.

Meine liebsten venezianischen Bacaris:

Das Bacari Al Mercà nahe der Rialtobrücke ist so klein, dass es nicht einmal eine Gaststube gibt. Man steht aber draussen ganz prima und kann noch ein wenig vom nahen Markttreiben mitbekommen oder den Einheimischen zusehen, wie sie ihren „Ombra“ trinken.

Gar nicht weit weg befindet sich versteckt in der Calle Galiazza das Cantina Do Mori**. In der urigen Weinbar hängen Kupferkessel von der Decke und die Cicchetti sind am Tresen drapiert. Und es gibt eine große Weinauswahl.

Die Cantine del Vino già Schiavi liegt nahe einer Gondelwerkstatt im Dorsoduro. Hier werden zwischen einem riesigen Weinsortiment die leckersten Häppchen überhaupt kredenzt! Drinnen gibt’s wie gewohnt nur Stehplätze, bei schönem Wetter kann man sich an den Platz gegenüber am Kanal in die Sonne setzen.

Bacari in Venedig

Immer wieder gern geht’s in die Cantine del Vino già Schiavi

Das Buch Café Life Venice* von Joe Wolff stellt die schönsten familienbetriebene Cafés und Bacaris in Venedig vor, in denen Einheimischen wie Beuscher gern einen Ombra trinken

Wer Lust hat die venezianischen Häppchen daheim nachzukochen findet in dem Buch Cicchetti und andere italienische Kleinigkeiten *
Rezepte und Ideen.

Mein Favorit: Ei mit eingelegtem Pilzen und Trüffel-Pilz-Soße – super lecker und leicht selbst zu machen!
Was ist dein liebtes Cicchetto?

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Diesen Bericht habe ich im Januar 2019 für meinen Reiseblog Reislieber geschrieben. Er wurde ein keiner Weise gesponsert.

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