8 Tipps zum sicher Wandern

Bergwandern ist fantastisch – durch grüne Täler wandern und auf schroffe Gipfel mit wunderbaren Aussichten steigen.

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Bei einem Ausflug in die Berge kann man allerdings einiges falsch machen oder vergessen. Ich habe davon schon einiges ausprobiert. Mach es besser mit meinen Tipps für sicheres Wandern:

1. Wähle die richtige Wanderung

Wie fit bist du? Du solltest die Etappen realistisch einschätzen und natürlich solltest du nur eine Tour wählen, der du konditionell und technisch auch gewachsen bist.

2. Bereite dich gut vor

Hast du das richtige Kartenmaterial?

Nicht zu alt, der Maßstab nicht zu klein? Auch wenn der Weg ausgeschildert ist, solltest du eine Karte dabei haben.

Wo geht’s lang?

Manchmal erkennt man auf der Karte nicht sofort, wo genau der Weg lang führt. Mir hat einmal ein Fußgängertunnel, den ich nicht als solchen erkannt habe, die Tour versaut (abgesehen davon, dass ich keine Lust hätte 2 Kilometer durch einen Tunnel zu laufen war er auch geschlossen). Deshalb ist es ratsam, immer auch eine Tourbeschreibung im Wanderführer oder im Internet zu lesen. So weiss man, ob der Weg an exponierten Stellen entlang führt die man z.B. bei Regen nicht begehen kann, ob Teilstrecken nur zu bestimmten Zeiten begehbar, wie die Wegqualität und wie die ungefähren Gehzeiten sind.

Schaff ich das?

Mit dem Wissen über die Wanderung noch eimal abchecken: Tourlänge, Wegbeschaffenheit und eventuelle Höhenangst. Alles kein Problem? Na dann los!

Hütte schon reserviert?

Wenn du eine Mehrtagestour planst, ruf am besten vorher in den Hütten an und reserviere. Oft sind die Hütten im Sommer voll belegt (Oder schliessen früher als geplant, was mir in den Dolomiten schon passiert ist). Bergschutzhütten müssen einem Wanderer zwar Unterkunft geben wenn die Zeit für den Abstieg nicht reicht, aber im Notlager oder dem Gastraum schläft es sich nicht so gut. Nicht vergessen: Absagen falls die Planung sich doch noch ändert.

3. Mehr als Smalltalk: Sprich über das Wetter!

Ah wunderbar: Ich rede so gern über das Wetter und bei Wandern ist das auch wichtig! Bevor es los geht solltest du dich über das Wetter informieren. Bergewetter ist launisch und kann sich schnell ändern. Bei Regen- oder Gewittergefahr solltest du die Tour daher anpassen oder absagen. Bei schlechter Sicht mach Wandern wenig Spass und ist zudem sehr gefährlich. Und ein Gewitter in den Bergen ist kein Spass! Manche Wanderungen sind auch nach Regen wegen Rutschgefahr zu gefährlich – du kannst also schon vor der Tour das Wetter im Auge behalten.

4. Bitte einpacken: Die richtige Ausrüstung

Wer mich kennt weiß: Ich hasse Zwiebeln. Nur beim Wandern bin ich auf der Seite der Zwiebeltaktik: Denn die hat sich in den Bergen bestens bewährt. Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern, aussderdem wird kommt man bergauf schnell ins Schwitzen, auf dem Gipfel wird’s dann wieder kalt. Also in Schichten anziehen, die sehen je nach Jahreszeit und Temperaturen natürlich etwas anders aus.

So sieht meine Ausrüstung aus:
– atmungsaktive Oberbekleidung in Schichten, einen warmen Pulli habe ich immer dabei
– lange Wanderhose mit abnehmbaren Beinteilen
– Regenjacke, eventuell auch Regenhose
– bequeme, gut eingelaufenen Wanderschuhe (schweres Thema, meine sind gerade durchgelaufen)
– gut sitzender Rucksack
– Sonnenbrille (immer!), Sonnenhut, und Sonnencreme
– aktuelles Kartenmaterial, eventuell GPS oder Kompass
– Erste-Hilfe-Set
– Notfallpfeiffe, Kleidungstück in Signalfarbe (das hätte ich mir in Kirgistan gewünscht)
– Handy mit vollem Akku
– eventuell Taschenlampe
– ausreichend Trinkwasser
– Proviant

5. Mach mal langsam: Das richtige Tempo

Stopp – nicht so schnell! Gerade am Anfang einer Wanderung ist man voller Energie und läuft oft viel zu schnell los. Aber sicher wandern heisst in kleinen Schritten langsam und rythmisch zu gehen. Das Tempo sollte immer an den langsamsten Wanderer aus der Gruppe angepasst werden und genug Pausen machen. Vor allem in kälteren Regionen ist es wichtig, nicht zu schnell zu laufen und das Tempo zu halten – total verschwitzt auf den Rest der Gruppe warten zu müssen kann zur Unterkühlung führen. Es ist wichtig seine Kräfte gut einzuteilen. Man sollte immer für den Notfall noch eine extra Power-Reserve haben. Nicht erwähnen muss ich, dass man gut auf den Weg achten muss und wo man hintritt – besonders beim Abstieg, hier passieren die meisten Unfälle.

6. Hungrig wirst du mit Sicherheit

Gut frühstücken

Nimm dir Zeit für ein ordentliches Frühstück bevor es auf den Berg geht!

Leckeren Proviant

Das Beste am Wandern sind die Pausen! In der Sonne liegen und die Aussicht geniessen, dabei eine leckere Stulle essen – herrlich! Mein liebster Wander-Proviant sind Landjäger, belegte Stullen, Bergkäse und für den Luxus darf etwas Schoggi nicht fehlen. Trockenfrüchte und Nüsse eignen sich sehr gut, weil sie auch zwischendrin geknabbert werden können und viel Energie liefern. Auch wenn du nur eine kurze Tour planst: Eine Notfallreserve, z.B. ein Müsliriegel gehört immer in den Rucksack!

Trinken, trinken, trinken

Wenn ich wandere, saufe ich was das Zeug hält. Natürlich nur Wasser! Nimm immer ausreichend Wasser mit auf deine Wanderungen. Je nach Tourenlänge, Temperatur und Höhenlage entsprechend mehr. Mit steigender Höhe braucht dein Körper mehr Flüssigkeit, das muss berücksichtigt werden. Planst du auf der Wanderung an einer Wasserstelle deine Trinkvorräte aufzufüllen, dann frag vor dem Aufbrechen bei dem Hüttenwirt oder jemandem der sich auskennt, ob die Wasserstelle Wasser führt und ob es Trinkwasser Qualität hat, oder eventuell behandelt werden muss.

7. Wer vermisst dich?

Ich wandere oft alleine und möchte vermisst werden, falls ich nicht an meinem Ziel ankomme. Nicht nur weil die Hütte ausgebucht oder frühzeitig geschlossen sein können (wie in den Dolomiten schon der Fall), rufe ich deshalb vorher an um sicher zu gehen und zu reservieren und gebe meine ungefähre Ankunftszeit und meinen Ausgangsort an.

Um sicher zu gehen, schicke ich meistens auch eine Tourenbeschreibung mit Wegnummern und Kontaktnummern der Übernachtungsorte an eine vertrauenswürdige Person zu Hause und melde mich per SMS abends, wenn ich gut angekommen bin. Vorher auf jeden Fall sichergehen, dass es am Übernachtungsort Festnetz gib,t falls es das Handy-Netz streikt. Zugegeben, das reisst einen ein wenig aus dem Reisemodus, aber Sicherheit geht vor.

8. Hast du nen Plan? Einen Notfallplan?

Sicher wandern heisst auch, im Falle eines Notfalles zu tun ist, Notfallnummern z.B. der Bergrettung und der nächstgelegenen Hütte immer zur Hand haben.
Bei längeren Touren behalte im Kopf, wann die nächstmögliche Abstiegsmöglichkeit ist – das kann vor allem im Falle von Höhenkrankheit wichtig sein.
Im Notfall ruhig bleiben. Verletzte, wenn möglich, nicht alleine lassen. Sparsam telefonieren damit der Handy Akku länger reicht.

2 Kommentare

  1. Khaanara sagt

    „Ich wandere oft alleine und möchte vermisst werden, falls ich nicht an meinem Ziel ankomme.“

    Ich glaube da hat sich ein kleiner Fehler in Punkt 7 eingeschlichen, sollte bestimmt „nicht vermisst werden“ heißen, denke ich. Ansonsten würde sich ja der Punkt erübrigen. 😉

    Gerade über Twitter auf die Homepage getroffen und werde wohl hier noch wohl ein wenig verweilen, bevor ich weiter wandere. :-p

    • Nina K sagt

      Natürlich möchte ich besser nicht vermisst werden, aber sollte ich doch einmal nicht am Ziel ankommen möchte ich, dass jemand weiss wie meine Route ist, damit ich gesucht & gefunden werden kann – so ist es gemeint 🙂
      Viel Spass beim stöbern im Blog!

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