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Azoren: 7 Fragen zum Wandern

Fãja de Santo Christo

1. Auf welcher Insel kann man gut Wandern?

Auf allen!
Jede Insel ist unterschiedlich, aber auf allen Azoren-Inseln gibt es ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen. Allerdings gibt es keine markierten Weitwanderwege (es sind ja auch kleine Inseln), sondern nur Tagestouren . Eine gute Übersicht über alle Wanderungen auf den einzelnen Inseln findest du hier.

Wer eine Mehrtagestour machen möchte und dabei möglichst wenig mit dem Auto, sei es nun Taxi oder per Anhalter, fahren möchte, ist auf Faial oder São Jorge am besten aufgehoben. Beide sind mittelgroße Inseln der Zentralgruppe. Auch auf Flores kann man sich eine mehrtägige Wanderung zusammenbasteln.

Als nicht mehr ganz so geheimer Tipp für Wanderer gilt São Jorge mit seinen beeindruckenden Fãjas.

Und wer hoch hinaus möchte sollte auf jeden Fall nach Pico fahren um den höchsten Berg Portugals zu besteigen.

Die Landschaft von São Miguel ist besonders abwechslungsreich. Wer ein Mietauto hat, kann hier tolle Tagesausflüge unternehmen.

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2. Mietwagen, Bus oder Daumen?

Wer verschiedene Tagestouren unternehmen möchte, sollte sich einen Mietwagen nehmen, da die Start- und Endpunkte der Wanderungen meist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind (und die auch, je nach Insel, sehr selten fahren). Oder mit dem Taxi fahren, was nicht ganz so günstig ist, bei Streckenwanderungen aber praktischer ist.

Ohne Auto kommt man auch auf den kleinen Inseln Corvo und Santa Maria, (die hat man an einem Tag beinahe schon zu Fuss umrundet) aus. Oder man versucht wie ich letztes Jahr auf São Jorge eine Mehrtages-Tour. Das könnte auch auf Faial und Flores gut klappen, muss ich allerdings noch ausprobieren.

Eine etwas günstigere Möglichkeit zum Mietwagen ist es, sich ein Mofa zu mieten. Aber dann das Gepäck wasserdicht einpacken!

Aber wenn man mit einem großem Rucksack unterwegs ist, halten aber eigentlich immer Autos an. Dabei gilt, umso kleiner die Insel und um so weniger Verkehr, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man eingesammelt wird, wenn jemand vorbei fährt. Übrigens bin ich in meinem ganzen Leben bisher nur auf den Azoren per Anhalter gefahren.

3. Zelt oder in der Herberge?

Wer flexibel bleiben will, sollte das Zelt einpacken.

Leider sind die meisten Zeltplätze auf den Azoren so gelegen, dass man sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß nicht gut erreichen kann. Wer etwas plant, kann aber z.B. auf São Jorge eine Mehrtagestour mit Übernachtungen auf verschieden Zeltplätzen machen (Velas – Urzelina – Fãja de Santo Christo – Calheta). Wild zelten ist nicht erlaubt, aber wer freundlich fragt, darf bestimmt auf der Wiese hinterm Haus campen.

Jugendherbergen gibt es nur auf São Miguel (Ponta Delgada), Pico (São Roque), São Jorge (ausserhalb von Calheta), Terceira (ausserhalb von Angra do Heroísmo) und auf Santa Maria. Oft sind die leider etwas ausserhalb gelegen und deshalb meistens nicht so gut geeignet bei einer mehrtägigen Wanderung. Aber ein guter Treffpunkt sowie Ausgangspunkt für Tagesausflüge.

Es gibt zahlreiche Pensionen und Unterkünfte auf den Inseln, die meisten buchbar über das Internet. Vor allem bei den kleineren Inseln sollte man vorher reservieren (oder eben einfach das Zelt einpacken) und in den kleineren Orten gibt es oft keine Unterkünfte.

Zelten in UrzelinaDer schönste Zeltplatz auf den Azoren: In Urzelina mit Pico-Blick

4. Kochen oder Essen gehen?

Das kommt ganz darauf an, wo man sich so herumtreibt. Ich habe meine Campingküche immer dabei.

Auf den Azoren gibt es leckeren Fisch und in den größeren Orten gute Restaurants mit regionalen Gerichten. Die Azoren sind allerdings nicht das aller günstigste Reiseziel, wer Geld sparen will packt den Kocher ein. Wer zeltet sowieso, denn viele Zeltplätze liegen weit entfernt vom nächsten Kiosk, geschweige denn Restaurant.

Wichtig: Den richtigen Gaskocher einpacken. Auf den Azoren sind Stechpatronen weiter verbreitet als Drehpatronen. In den größeren Orten wie z.B. Ponta Delgada kann man beides bekommen, aber auf den anderen Inseln sind die Stechpatronen um einiges verbreiteter.

Kochen oder Essen gehen?Vielleicht doch besser essen gehen?

5. Regen oder Sonne?

Das ist eine gute Frage, auf die niemand eine Antwort kennt. Vielleicht regnet es auf der einen Seite der Insel, während auf der anderen die Sonne scheint. Übrigens einer der Hauptgründe, die für einen Mietwagen sprechen. Aber mit den passenden Regenklamotten und der passenden Notfallnummer – die eines Taxifahrers, falls es einfach nicht aufhört zu regnen.

6. Allein Wandern auf den Azoren?

Warum nicht? Die Azoren sind ein absolutes Wanderparadies. Wenn sich die anderen vom schlechten Wetter abschrecken lassen, dann pack die Wanderschuhe ein und wandere eben alleine los. Voraussetzung ist natürlich, dass du die passende Ausrüstung dabei hast. Kriminalität gibte es ja leider überall, aber die kleinen Inseln sind wahrscheinlich sogar sicherer als Deutschland und die Einwohner unglaublich freundlich. Das Buch im Rucksack wirst du bestimmt nicht zu ende lesen – so ging es mir jedenfalls als ich letztes Jahr auf São Jorge allein wandern war.

7. Kann man sich auf den Azoren verlaufen?

Klar, wenn man sich anstrengt. Mit einer Wanderkarte und der Rother Wanderführer wird das aber nicht so schnell passieren. Ich habe übrigens auch immer einen Kompass dabei (möchte mir jemand mal beibringen, wie man den benutzt?)

 

 

3 Kommentare

  1. Hallo Nina, mir war nie bewusst, wie schön die Azoren sind, danke für den schönen Blogbeitrag und die Inspiration! Sprichst Du Portugiesisch oder kann man sich auch auf Englisch mit den Azorern verständigen? LG aus Olang Südtirol

    • Nina K sagt

      Hallo Maya, mit Englisch kommt man auf den Azoren gut durch. Fast alle Azoreaner haben Verwandte, die in die USA oder nach Kanada ausgewandert sind, oder haben selber schon eine Weile dort verbracht. Ich hatte da wirklich nur sehr selten Probleme mit der Verständigung.

  2. Wie gut! Sonst müsste ich vorher noch einen Sprachkurs belegen 😉 Dein Blog ist eine wirklich tolle Anregung, ich habe richtig Lust darauf bekommen, auf die Azoren zu fahren!

    Danke für die schnelle Antwort, ich werde öfters auf Deinem Blog vorbeischauen.

    Liebe Grüße,

    Maya

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