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Georgien: Trekking in Swanetien

Pause im Heuhaufen? Wandern mit Gletscherblick über mit Blaubeeren übersähte Herbstwiesen? Unglaubliche Gastfreundschaft?  Das und mehr macht das georgische Swanetien zu einem Paradies für Wanderer. Mestia (lies hier mehr von Mestia) ist der perfekte Ausgangspunkt für mehrtägige Wanderungen in Swanetien. Nach einem Ausflug zum Chalati Gletscher (lies hier mehr) sind wir fit für die Wanderung über Adishi und Iprali bis ins entlegene Ushguli.

Hier geht es direkt zu den praktischen Tipps >>

Von Mestia nach Adishi

Wir lassen den ersten Tag von Mestia durch die Dörfer im Tal des Mulkhura Flusses und die Übernachtung in Zhabeshi aus. Wir wollen uns von einem Jeep bis zum Ughviri Pass bringen lassen. Unser Jeepfahrer ist allerdings sehr ambitioniert und bringt uns viel weiter, bis an die zukünftige Bergstation der Skilifte, die auf dem Bergrücken zwischen Zhabeshi und Adsihi im Bau sind. Gut dass wir mit Karte und GPS ausgerüstet sind, so finden wir den Weg über die herbstlichen Wiesen nach Adishi trotzdem.

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171143Georgien ist ein christliches Land, Gipfelkreuze gibt es aber nicht viele. Ich finde ein Herz sowieso passender

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171144Vorhang auf für die Bergkulisse und den 4.858 Meter hohen Gipfel Tetnuldi

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171153Auf dem Bergrücken östlich vom Ughviri Pass sind die Bauarbeiten in vollem Gange: Im Dezember soll das neue Skigebiet in Betrieb gehen. Das könnte knapp werden, ab Ende Oktober liegen hier oft schon bis zu 2 Meter Schnee

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171151Voller Einsatz am Bagger

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171167Auf dem Weg nach Adishi. Aber wo ist der Weg?

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171166Auf den Wiesen ist im September der Herbst schon angekommen

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171193Das Heu wird auch heute noch mit archaischen Holzschlitten von den Weiden geholt

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171186Wie in Mestia gibt es auch im urigen Bergdorf Adishi viele der für Swanetien typischen Wehrtürme

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171202Time Clash: In den Heuschuppen findet sich so einiges. Neben Satellitenschüsseln zwei ausgestopfte Ziegenböcke …

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171207In Adishi bleiben im Herbst, Winter und Frühling die Alten unter sich. Es gibt keine Schule, Kinder kommen nur in den Sommerferien zu Besuch

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171213Hier bekommen sogar Stinker einen Logenplatz mit Aussicht

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171209Das Wohnzimmer unserer Gastgeber des Guesthouses Gia@Maia Avaliani ist zugleich Schlafzimmer, Küche und Esszimmer

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171222Maia ist unsere wunderbare Gastgeberin. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Gia in Adishi und ist so herzlich, dass wir uns wie ein Teil der Familie fühlen

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171267Guten Morgen in Adishi

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171242In Adishi laufen Hunde, Kühe und Schweine frei rum. Ob sie den Weg zurück in ihren Stall finden? Der Weg für uns Wanderer ist hier im Ort jedenfalls gut markiert, wie hier links rot-weiss am Haus

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171251Der Adishi River, der durch das Dorf Adishi fliesst, wird vom – Überraschung – Adishi Gletscher gespeist. Das Wasser ist eiskalt

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171248Natürlich gibt es in Adishi, wie überall in Georgien, auch ein kleines Kloster mit alten Fresken

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171252Wenn der alte Holzschlitten nicht reicht, kommt der alte Sowjet-Laster zum Einsatz

20150916_georgien-swanetien-trekking_L1171260Nicht alle der alten Wehrtürme sind in gutem Zustand. Im Abendlicht machen sie trotzdem eine gute Figur

20150918_georgien-swanetien-trekking_L1171418Vom Berghang am Fusse der Berge Sgimieuki und Tvimbasheri sind wir heute bis Adishi gewandert. Morgen geht es weiter nach Iprali

Von Adishi nach Iprali

Adishi ist eine andere Welt: Hier gibt es nicht viel zu tun, der kleine Ort ist abgelegen, die Strasse hierher eine Sackgasse. Wären die Wehrtürme die herum stehen nicht so verfallen, könnte man denken die Zeit sei stehen geblieben, wenn wieder einer der von Ochsen gezogenen, mit Heu beladenen Schlitten von den Weiden zurück kommt. Das Leben hier ist nicht leicht, deswegen vermieten viele der Einwohner Zimmer an Wanderer, um sich etwas dazu zu verdienen.

Nach einer Nacht verlassen wir Adishi und Gia’s@Maia’s Guesthouse (HP, 40 Lari) schon wieder. Wir wurden so herzlich aufgenommen und nicht nur mit leckerem, warmen Chatschapuri (typisches Fladenbrot mit Käsefüllung) und köstlichem Abendessen versorgt, sondern durften sogar selber Kühe melken. Und am morgen das frische Joghurt aus der selbstgemolkenen Milch zum Frühstück essen.

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171270Entlang des Tales geht es zur Zunge des Adishi Gletschers. Auf dem Weg treffen wir viele andere Wanderer

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171274Ein Reiter überholt uns. Talaufwärts muss der Adishi River überquert werden. Wer sich nicht zu Fuss traut, kann ihn mit dem Pferd überqueren. Eine Brücke gibt es nicht

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171280Wer den Adishi River zu Fuss überqueren will, muss früh morgens dort sein: Der Gletscherfluss schwillt im Laufe des Tages stark an

20150917_georgien-swanetien-trekking_svanetien_Panorama1Auch der 9 Kilometer lange Adishi Gletscher, der am Tetnuldi beginnt, ist am schmelzen

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171319Am 2.722 Meter hohen Chkhutnieri Pass warten Hunde auf ihren Anteil der Jausen der vorbeikommenden Wanderer. Er hier wird uns über einen Tag lang bis bis Ushguli folgen

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171343Endlich in Iprali: Das Stück zwischen Khalde und Iprali zog sich in die Länge

20150917_georgien-swanetien-trekking_L1171336Der Kaukasische Hirtenhund ist vom Wanderer allgemein gefürchtet, man hört zwar selten von Bissen, aber sollte besser einen großen Bogen um den bellenden Hund und seine Herde machen. Dieser Hund ist zum Glück ein müder, freundlicher Geselle ohne Herde

Von Iprali nach Ushguli

Am letzten Tag wandern wir 4 Stunden lang von Iprali nach Ushguli auf der Schotterstrasse. Viele andere Wanderer kürzen diese Strecke mit dem Jeep ab. Wir sind erst mittags in Ushguli und alle Pferde sind schon ohne uns auf dem Weg zum Gletscher …

20150918_georgien-swanetien-trekking_L1171365Oft sieht man am Wegrand kleine Erinnerungsaltäre für Vertstorbene

20150918_georgien-swanetien-trekking_L1171373Da machen die Bewohner ein langes Gesicht: Das auf 2.200 Meter gelegene Ushguli gilt seit Kurzem nicht mehr als das am höchsten dauerhaft bewohnte Dorf Europas. Dieser Rekord wurde ihm von einem Dorf in Tuschetien strittig gemacht

20150918_georgien-swanetien-trekking_L1171393Das entlegene Dorf Ushguli, das aus vier Ortsteilen besteht, hat trotzdem einen ganz besonderen Flair

20150918_georgien-swanetien-trekking_L1171404Seit 1996 gehören viele der Wehtürme zum UNESCO Weltkulturerbe

 

Praktische Tipps

20151022_georgien-swanetien-trekking_L1173341Route nach Usghuli über Adishi und Iprali

Infos & Karten

Infos und Kartenmaterial gibt es in der Touristeninformation in Mestia. Die Wege sind meist markiert und ab Adishi kaum zu verfehlen. Karten und GPS sollte man aber dabei haben, insbesonderer wer den ersten Tag streicht und später einsteigt.

Unterkünfte

In Mestia gibt es zahlreiche Unterkünfte. Auch in den Orten Zhabeshi, Adishi, Iprali und Ushguli gibt es mehrere einfache Guesthouses oder private Unterkünfte. In Khalde gibt es nur ein Guesthouse.

4-Tages-Tour

Die Mehrtagstour kann in Mestia begonnen werden mit insgesamt 3 Übernachtungen in Zhabeshi, Adishi und Iprali und Rückfahrt mit dem Jeep (2h, zirka 100 Lira) oder der Mashrutka (nur morgens) zurück nach Mestia.

3-Tages-Tour

Die Strecke kann mit dem Jeep abgekürzt werden: Man kann den ersten Tag streichen und sich mit dem Jeep (1h, 100 Lira) bis zum Bergrücken des Ughviri Passes bringen lassen und von dort starten. Es ist auch möglich, von Khalde oder Iprali einen Jeep nach Ushguli zu nehmen und so die letzte Etappe enfallen zu lassen. Denn diese Etappe wird auf der Schotterstrasse gelaufen und ist nicht so reizvoll wie die vorherigen Etappen.

Shkhara Gletscher

Von Ushguli kann man zu Fuß (3h ein Weg) oder auf Pferderücken (1,5h ein Weg, zirka 40 Lira) die Zunge des Schchara Gletschers erreichen. Entlang des baumlosen Tals läuft man bei dieser langen, aber einfachen Wanderung bis auf 2.500 Meter hoch, falls man zu spät ankommt und alle Pferde bereits vermietet sind. Nur am Anfang Mobilfunknetz.

Karte Swanetien

Lies hier mehr aus Georgien:

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Alle wollen nach Mestia >
Bier oder Bär? Ausflug zum Chalati Geltscher >

 

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7 Kommentare

  1. Hey Nina,
    wirklich sehr inspirierender Blog, den du da schreibst! Ich bin auf der Recherche für unseren Georgien-Urlaub im Sommer drauf gestoßen. Da ich bisher in keinem Reiseführer (verlässliche) Infos dazu gefunden habe und du ja erst im vergangenen Herbst dort warst, wollte ich dich kurz 2 Sachen zu den Wanderungen in Georgien fragen. Als Background vllt. kurz: meine Freundin und ich sind wandererfahren, machen häufiger Mehr-Tages-Touren in den (gut beschilderten) Alpen und z.B. letztes Jahr kanadischen Rockies, sind uns aber nicht ganz sicher, wie das in Georgien so ist: 1. ist es sinnvoll, für schilderverwöhnte Wanderer wie uns, dort ohne Guide zu wandern (was wir eigtl lieber machen)? 2. falls ja, würdest du uns dazu dringend ein GPS Gerät empfehlen oder bekommt man das auch so ganz gut hin? Für kurze, völlig subjektive ja/nein Antworten wären wir dir sehr dankbar!
    Leo

    • Nina K sagt

      Hallo Leo,

      Danke erstmal 🙂 Freut mich sehr, dass ihr auch zum Wandern nach Georgien wollt, ein tolles Land!
      Zu deinen Fragen:

      Im Großen Kaukasus, also in Swanetien, Chewsuretien und Tushetien gibt es kaum Schilder. Sporadisch taucht mal eins auf, aber darauf sollte man sich nicht verlassen. Auf der Strecke von Mestia nach Ushguli sind recht viele Leute unterwegs, die meisten ohne Guide. Bis auf wenigen Ausnahmen ist gut zu erkennen, wo der Wanderweg lang geht. Kommen aber die Hirtenwege dazu, kann man sich an einigen Stellen auch ganz gut verlaufen. Als ich dort war, hatte ich immer Sonnenschein, bei Regen oder Nebel sieht aber alles gleich ganz anders aus. Meine Gruppe hatte nie Probleme den Weg zu finden, aber ich habe einen Amerikaner getroffen der sich sogar bei gutem Wetter ziemlich verirrt hatte – ein Risiko das man nicht eingehen sollte.

      Wer jedes Risiko ausschliessen will, sollte mit Guide gehen. Bergerfahrungen, gutes Kartenmaterial, GPS und dem Schwatz mit den Locals (Russisch ist hier nützlich) über die Wegbeschaffenheit vorausgesetzt, geht es auch ohne. Ein GPS Gerät sollte man aber auf jeden Fall dabei haben. Der Kaukasus ist noch wilder und unerschlossener als die Alpen, da sollte man sich besser nicht verlaufen!

    • Bernhard Richter sagt

      Hallo Leo,
      auch wir waren im September 2015 u.a. auf Tour zwischen Mestia und Ushguli. Auch wenn es nicht all zu schwierig ist den Weg zu finden, ist aus meiner Sicht ein absoluter Vorteil wenn man mit einem Guide unterwegs ist, dass man viel mehr über Land, Leute, Sitten und Gebräuche erfährt. Daher mein Tipp mit Führer. Als wunderbare, sympathische und vielsprachige Führerin kann ich euch wärmstens Iamse Barliani empfehlen. Sie stammt aus Mestia, wohnt aber in Kuatisi. Kontakt:
      Iamse barliani, iamsebarliani@yahoo.com, Tel. 00995 557 70 80 20
      Viele Grüße und viel Spaß in einem wirklich fantastischen Land
      Bernhard

    • Nina K sagt

      Anfang Oktober geht normalerweise noch, aber da kann es natürlich dann schon mal zu Schneefällen kommen. Letztes Jahr hatte ich da aber Glück!

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